Zusammenarbeit mit einer Landkaufgenossenschaft

Kurz erklärt

Eine Landkaufgenossenschaft ist eine Genossenschaft, die mit den Geschäftsanteilen ihrer Mitglieder landwirtschaftliche Flächen kauft und diese dann kostengünstig an ökologisch wirtschaftende Betriebe verpachtet.

Als Bewirtschafter*in müssen Sie den Landkauf nicht allein stemmen, bekommen aber einen Pachtvertrag, der Ihnen eine langfristige Bewirtschaftung zusichert.

Die Genossenschaften arbeiten i. d. R. überbetrieblich, d. h. sie sichern landwirtschaftliche Nutzfläche für verschiedene Betriebe. So kann der Verwaltungs- und Prüfungsaufwand für Genossenschaften relativ gering gehalten werden. Prinzipiell besteht aber auch die Möglichkeit, eine Genossenschaft nur für Ihren Betrieb zu gründen. Dieses Vorgehen eignet sich jedoch erst ab einer bestimmten Größenordnung.


Rechtliche Hinweise

Die konkrete rechtliche Ausgestaltung unterscheidet sich von Fall zu Fall: Abhängig von der Genossenschaft, mit der Sie zusammenarbeiten, und davon, ob einzelne Flächen oder sogar Gebäude gekauft werden sollen, kommen unterschiedliche rechtliche Konstrukte in Frage. In der Regel bekommen Sie als Bewirtschafter*in des Landes einen langfristigen Pachtvertrag. Dieser verpflichtet Sie häufig zur Einhaltung bestimmter Regeln, z. B. zu einer Bewirtschaftung nach den Prinzipien der ökologischen Landwirtschaft.

Detaillierte Informationen dazu erhalten Sie von den jeweiligen Genossenschaften.


Häufig genutzt für:

Finanzierungssummen Die Finanzierungssummen hängen von der Größe der Fläche und auch von der finanziellen Ausstattung der Landkaufgenossenschaft ab.
Häufige Beweggründe Fehlendes Kapital in Kombination mit der Preisentwicklung auf dem Bodenmarkt ist das Hauptmotiv für Landwirt*innen, mit Landkaufgenossenschaften zusammenzuarbeiten.
Phase der Unternehmensentwicklung Sowohl Existenzgründungen als auch etablierte, landwirtschaftliche Betriebe arbeiten mit Landkaufgenossenschaften zusammen.
Sektor Da sich diese Genossenschaften auf Landkauf spezialisiert haben, wird dieses Modell nur in der Landwirtschaft und im Gartenbau genutzt.
Gegenleistung Betriebe zahlen den vereinbarten Pachtzins an die Genossenschaft. Genossenschaftsmitglieder erhalten in der Regel keine direkte Gegenleistung von den landwirtschaftlichen Betrieben.

Kosten und Aufwand

Der Aufwand für die Zusammenarbeit mit einer Landkaufgenossenschaft hängt von der jeweiligen Genossenschaft und vom gewählten rechtlichen Konstrukt ab.

Der Aufwand, den Sie für die Gewinnung von Investor*innen einkalkulieren müssen, ist bei diesem Modell geringer als bei vielen anderen, da die Genossenschaft viel Kommunikations- und Verwaltungsarbeit übernimmt. Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, Ihr bestehendes Netzwerk mit einzubinden.


Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Langfristige Sicherung des Landes
  • Genossenschaft übernimmt die Verwaltung und einen Großteil der Kommunikationsarbeit
  • Gemeinschaftseigentum kann Hofübergaben vereinfachen
Nachteile
  • Pachtvertrag an Regeln zur Bewirtschaftung gebunden
  • Wenig direkter Kontakt zu Genossenschaftsmitgliedern

Übersicht der bestehenden Landkaufgenossenschaften

  • Gegründet 2015
  • 3.532 ha Land für 65 ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Deutschland gekauft (Stand: Dezember 2019)

  • Gegründet 2014
  • Ca. 80 ha Land für 13 ökologisch wirtschaftende Höfe gekauft (Stand: Ende 2018)

  • Gegründet 2015
  • Fokus auf die Region Berlin-Brandenburg

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